Gasnetz im Wandel - Die Stilllegungsplanung der Kommunen und die Folgen für Sie

26. Januar 2026

Viele Gebäude in Deutschland werden noch mit Erdgas beheizt, während sich die Technologien und damit die Rahmenbedingungen für die Wärmeversorgung spürbar ändern. Eigentümerinnen und Eigentümer denken beim Begriff „Gasnetzstilllegung“ oft an einen Stichtag, ab dem nichts mehr geht. In der Praxis ist das jedoch von den Kommunen nicht so geplant, sondern es wird eine Schrittweise Reduzierung der Anschlüsse angestrebt, weshalb man aufpassen muss in keine Kostenfalle zu tappen.
Anlass ist die ablaufende Frist zur Wärmeplanung der größeren Kommunen Ende Juni 2026. In der Folge wird in vielen Kommunen die Stilllegung der Gasnetze zugunsten von Fernwärme geplant, wodurch die Anschlüsse an das Gasnetz für Endkunden bis zur Stilllegung des Gasnetzes reduziert werden. Insgesamt steht die Wärmeplanung unter dem Ziel der Klimaneutralität 2045, weswegen manche Kommunen die Stilllegung sogar schon bis 2035 anstreben.

Für Eigentümerinnen und Eigentümer ist das Thema daher auch noch nicht im Alltag angekommen, reiht sich aber nahtlos ein in diverse andere Faktoren für Preisexplosionen in der Energiewirtschaft.

Die Kostenfalle – Explodierende Netzentgelte für Verbleibende

Der Kern der drohenden Kostenfalle liegt in einem spezifischen Problem der Netzentgelte. Da die Netzinfrastruktur weitgehend fixe laufende Kosten verursacht, die auf die Anzahl der Kundinnen und Kunden umgelegt werden, drohen diese Kosten für den Einzelnen zu steigen, wenn die Anzahl der Anschlüsse sinkt.

Eine Modellrechnung des Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung zeigt auf, dass dadurch die spezifischen Netzentgelte für Haushalte und kleine Unternehmen bis zum Jahr 2045 auf etwa 22 Cent pro Kilowattstunde klettern könnten. Dies entspräche annähernd einer Verzehnfachung gegenüber den heutigen Netzentgelten von etwa 2,33 ct/kWh.

Warum frühzeitige Planung Kosten senkt

Oft wird angenommen, dass die Kosten durch eine frühere Umstellung nach oben getrieben werden würden, weil dadurch knappere Zeitpläne entstehen. Das ist allerdings nicht der Fall. Die Ursache für die drohende Kostensteigerung liegt in einer regulatorischen Schieflage einer hinausgezögerten Umstellung, nicht darin, dass die Umstellung früher begonnen wird. Wenn Netzbetreiber zu spät mit der Stilllegung beginnen, können sie anfallende Betriebskosten für ein langsam schrumpfendes Netz nicht schnell genug reduzieren, was letztlich zu Lasten der verbleibenden Netznutzer geschieht.

Das Gutachten des Fraunhofer-Instituts unterstreicht den Effekt, dass eine frühzeitige Stilllegungsplanung die gesamten langfristigen Netzkosten um rund 20 Prozent senken kann. Der Hauptgrund dafür ist, dass eine frühe Planung effektive und rechtzeitige Teil-Stilllegungen der Netzinfrastruktur ermöglicht, bevor die Kundenzahl kritisch niedrig wird. Darüber hinaus entlastet eine frühe Planung Haushalte, die soziale Härten vermeiden müssen, da weniger Haushalte bis zum Ende im Gasnetz verbleiben und deren Netzkostenbelastung weniger stark ansteigt.

Eine der wichtigsten gesetzlichen Anpassungen, die dies ermöglichen soll, ist die EU-Gasbinnenmarktrichtlinie, die bis August 2026 umzusetzen ist. Darin soll festgelegt werden, dass die Netzbetreiber explizit zur Erstellung von Stilllegungsplänen verpflichtet sein sollen, wenn ein signifikanter Nachfragerückgang absehbar ist, um die Kostenentwicklung abzufedern.


Doch niemand muss solange warten!

Der wichtigste und einfachste Schritt für Eigentümerinnen und Eigentümer ist daher die frühzeitige Information und Umsetzung von Alternativen, damit Sie sich keine Gedanken mehr über die Wärmeplanung Ihrer Kommune machen müssen.

Die beste Reaktion auf die unsichere Zukunft der Gasnetze ist die frühzeitige Entscheidung für eine klimaneutrale Heizform, wodurch Sie die drohende Kostenfalle durch schrumpfende Gasnetze vermeiden. Je nach Kommune haben Sie auch schon jetzt die Möglichkeit Fernwärme zu beziehen, wenn Sie das wünschen. Sollten Sie sich jedoch für eine Wärmepumpe oder eine andere Art der regenerativen Wärmeversorgung entscheiden, sind sie bei uns genau richtig.

Warten Sie nicht auf den letzten Stichtag, der die höchsten Kosten mit sich bringt, sondern lassen Sie sich jetzt von Gall Technology beraten und wechseln Sie frühzeitig!